
Hundefreundlich
Camping mit Hund an der Ostsee
Dein Hund fährt mit, also soll er auch was davon haben. Viele Plätze auf Fehmarn sind darauf eingestellt.
Es gibt Hundeduschen, Hundewiesen, Agility-Bereiche und an mehreren Stellen eigene Hundestrände. Dazu die Deichwege rund um die Insel, auf denen man stundenlang laufen kann, ohne jemandem zu begegnen.
Hundefreundlich steht überall dran
„Hunde willkommen“ schreibt fast jeder Campingplatz auf die Website. Das sagt nur, dass du deinen Hund mitbringen darfst, und nichts darüber, wie der Urlaub tatsächlich wird. Der Unterschied zwischen einem Platz, der Hunde duldet, und einem, der auf sie eingestellt ist, zeigt sich an Details, die in keinem Prospekt stehen.
Die wichtigsten drei: Wie weit sind die Parzellen voneinander entfernt? Kommst du vom Platz direkt ins Gelände, ohne an fünfzig Vorzelten vorbeizulaufen? Und wo genau darf der Hund ans Wasser?
Wie lange dürfen Hunde an den Strand?
An der Ostsee gilt keine einheitliche Regel, sondern ein Flickenteppich aus Gemeindesatzungen. Grundsätzlich sind Hunde an den ausgewiesenen Badestränden in der Hauptsaison meist nicht erlaubt, außerhalb der Saison in vielen Orten schon. Die Hauptsaison endet je nach Gemeinde zwischen Mitte September und Ende Oktober.
Dazu kommt der Naturschutz. In Schleswig-Holstein gilt in der freien Landschaft während der Brut- und Setzzeit vom 1. März bis 15. Juli eine Leinenpflicht. In Naturschutzgebieten und Vogelrastgebieten ist sie ganzjährig, und dort ist sie auch sinnvoll: Ein Hund, der einen Trupp rastender Zugvögel hochscheucht, kostet die Tiere Energiereserven, die sie für den Weiterflug brauchen.
Verlass dich nicht auf allgemeine Angaben im Netz, auch nicht auf diese. Am Strandaufgang hängt eine Tafel, und die ist verbindlich.
Hundestrände auf Fehmarn und worin sie sich unterscheiden
Fehmarn hat mehrere ausgewiesene Hundestrände, die über die Insel verteilt liegen. Sie unterscheiden sich weniger im Sand als im Zugang und im Wind. Die Abschnitte an der Westküste liegen ruhiger und flacher, die Ostseite ist steiniger und hat mehr Strömung.
Für Hunde, die schlecht schwimmen oder das Wasser noch nicht kennen, ist ein flach abfallender Abschnitt an der geschützten Seite die bessere Wahl. Wer einen Hund hat, der stundenlang apportiert, findet an den weniger frequentierten Stellen mehr Platz.
Ein praktischer Hinweis: Ausgewiesene Hundestrände sind fast immer Bereiche ohne Leinenpflicht, aber selten ohne Regeln. Kot muss auch dort aufgesammelt werden, und in der Brutzeit können Teilbereiche gesperrt sein.
Eingezäunter Stellplatz: oft wichtiger als der Hundestrand
Die Suche nach Plätzen mit eingezäunten Parzellen hat in den letzten Jahren stark zugenommen, und das aus gutem Grund. Ein Zaun löst das Problem, das den Urlaub sonst prägt: Der Hund kann draußen liegen, ohne angeleint zu sein, und du musst nicht bei jedem vorbeigehenden Hund aufspringen.
Vollständig eingezäunte Parzellen sind allerdings selten, weil sie den Platz optisch zerschneiden und die Belegung unflexibel machen. Häufiger findest du eine eingezäunte Hundewiese, auf der die Tiere frei laufen dürfen. Das ist nicht dasselbe, funktioniert für die meisten Hunde aber gut.
Wenn dir ein Zaun am Stellplatz wichtig ist, frag konkret nach: Ist die Parzelle rundum eingezäunt oder nur zu drei Seiten? Wie hoch? Darfst du selbst ein mobiles Gehege aufstellen? Die Antworten fallen von Platz zu Platz sehr unterschiedlich aus.
Woran du einen guten Platz erkennst
Abseits von Zaun und Strand gibt es eine Handvoll Merkmale, die den Alltag mit Hund spürbar leichter machen. Sie kosten den Platz wenig und sagen viel darüber, ob dort jemand mitgedacht hat.
- Eine Hundedusche am Sanitärgebäude, damit der Sand nicht im Wohnwagen landet
- Gassiwege, die direkt vom Platz wegführen, statt durch die Parzellen
- Großzügige Abstände zwischen den Stellplätzen
- Klar benannte Hundegebühr statt Überraschung an der Rezeption
- Ein Platz, der die Zahl der Hunde pro Einheit begrenzt
Ostseewasser, Salz und was der Hund davon hat
Die Ostsee hat einen deutlich geringeren Salzgehalt als die Nordsee, in der westlichen Ostsee liegt er bei ungefähr anderthalb bis zwei Prozent. Das ist immer noch genug, um einem Hund den Magen zu verderben, wenn er beim Apportieren größere Mengen schluckt. Nimm Süßwasser mit und biete es regelmäßig an. Ein Hund, der nicht durstig ist, trinkt seltener aus dem Meer.
Nach dem Baden abspülen lohnt sich, vor allem bei Hunden mit empfindlicher Haut oder dichtem Unterfell. Salz, das im Fell trocknet, juckt. Und wirf einen Blick auf die Ohren: Nasse Schlappohren sind im Sommer eine zuverlässige Quelle für Entzündungen.
Der Wohnwagen als Hitzefalle
Das größte Risiko im Sommerurlaub steht auf dem eigenen Stellplatz. Ein geschlossener Wohnwagen heizt sich in der Sonne genauso auf wie ein Auto, und viele unterschätzen, wie schnell das geht. Wer den Hund für zwei Stunden allein lässt, sollte das Fahrzeug im Schatten haben, alle Luken offen und die Temperatur im Blick.
Praktikabler ist meist die andere Lösung: den Hund mitnehmen. An der Küste ist das einfacher als anderswo, weil viele Cafés, Fährschiffe und Ausflugsziele Hunde ohnehin erlauben.
Häufige Fragen
- Welche Hundestrände an der Ostsee haben keine Leinenpflicht?
- Ausgewiesene Hundestrände sind in der Regel Bereiche, in denen Hunde frei laufen dürfen. Welche das konkret sind, legt jede Gemeinde selbst fest, und die Regelung kann sich von Saison zu Saison ändern. Verbindlich ist immer die Tafel am Strandaufgang. Außerhalb der ausgewiesenen Bereiche gilt an vielen Abschnitten Leinenpflicht.
- Wie lange dürfen Hunde an der Ostsee an den Strand?
- An den regulären Badestränden sind Hunde während der Hauptsaison meist nicht zugelassen. Außerhalb der Saison öffnen viele Gemeinden ihre Strände wieder für Hunde, je nach Ort ab Mitte September oder Anfang Oktober. Auf ausgewiesenen Hundestränden gilt diese Einschränkung nicht.
- Welche Campingplätze haben eingezäunte Stellplätze für Hunde?
- Vollständig eingezäunte Einzelparzellen sind selten, weil sie die Belegung unflexibel machen. Verbreiteter ist eine eingezäunte Hundewiese auf dem Gelände. Frag vor der Buchung konkret nach, ob rundum eingezäunt wird und ob du ein eigenes mobiles Gehege aufstellen darfst.
- Was kostet ein Hund auf dem Campingplatz?
- Üblich ist eine Tagesgebühr pro Hund, die je nach Platz und Saison meist im niedrigen einstelligen Eurobereich liegt. Manche Plätze begrenzen zusätzlich die Zahl der Hunde pro Stellplatz oder schließen bestimmte Rassen aus. Beides steht selten prominent auf der Website und lässt sich am schnellsten telefonisch klären.
- Darf mein Hund in der Ostsee baden?
- Ja, an den dafür freigegebenen Abschnitten. Achte darauf, dass er nicht zu viel Salzwasser schluckt, biete regelmäßig Süßwasser an und spül das Fell nach dem Baden ab. In Naturschutz- und Vogelrastgebieten bleibt der Hund an der Leine, unabhängig davon, wie gut er hört.
17 Campingplätze auf einer Insel
Jeder Platz auf Fehmarn hat seinen eigenen Charakter. Schau dir in Ruhe alle an und finde den, der zu dir passt.
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