
Für Groß & Klein
Familiencamping an der Ostsee
Morgens Sandburg, mittags Wasser, abends fallen alle müde ins Zelt. Für Familienurlaub ist Fehmarn schwer zu schlagen.
Viele Plätze haben Kinderanimation, große Spielplätze, Hüpfkissen und Sanitärbereiche, in denen man Kinder auch tatsächlich baden kann. Und die Strände fallen so flach ab, dass man die Kleinen entspannt reinlassen kann.
Der Strand entscheidet, nicht der Spielplatz
Wer mit kleinen Kindern zum ersten Mal campen fährt, sucht meistens nach Spielplatz, Hüpfkissen und Animation. Verständlich, aber die Reihenfolge stimmt nicht. Der Faktor, der über einen entspannten Urlaub entscheidet, ist das Wasser.
Ein flach abfallender Strand bedeutet, dass ein Vierjähriger zwanzig Meter hineinlaufen kann und immer noch steht. Du sitzt am Handtuch statt bis zur Hüfte im Wasser danebenzustehen. Bei einem steil abfallenden Strand ist das anders, und du merkst den Unterschied nach dem zweiten Tag in den Schultern.
Die Ostsee ist dafür grundsätzlich gut geeignet, weil ihr fehlender Tidenhub die Wasserlinie den ganzen Tag an derselben Stelle hält. Was am Vormittag sicher war, ist es am Nachmittag auch noch. An der Nordsee muss man das anders planen.
Was einen Platz wirklich familientauglich macht
Die Ausstattungslisten der Plätze ähneln sich stark. Interessanter sind die Punkte, die selten beworben werden, im Alltag mit Kindern aber den Unterschied machen.
- Sanitärgebäude mit Kinderwaschraum und niedrigen Becken, nicht nur mit Wickeltisch
- Kurze Wege vom Stellplatz zum Sanitärgebäude, nachts zählt jeder Meter
- Spielplatz in Sichtweite der Parzellen, aber nicht direkt daneben
- Verkehrsberuhigte Wege, auf denen Kinder Rad fahren können
- Ein Laden auf dem Platz für den vergessenen Kakao am Sonntagmorgen
Jedes Alter braucht etwas anderes
Familiencamping ist kein einheitliches Bedürfnis. Mit einem Baby suchst du einen ruhigen Platz mit kurzen Wegen und einem Sanitärgebäude, in dem du auch nachts wickeln kannst. Animation interessiert dich nicht, Ruhe schon.
Zwischen vier und neun kippt das. In diesem Alter ist der Spielplatz wichtiger als der Strand, und ein Kinderprogramm mit festen Zeiten verschafft Eltern die erste zusammenhängende Stunde seit der Anreise. Plätze mit Animation lohnen sich in dieser Phase am meisten.
Bei Teenagern dreht es sich wieder. Jetzt zählen WLAN, ein Bolzplatz und die Frage, ob man abends mit dem Rad irgendwohin kommt. Der schönste Naturplatz nützt wenig, wenn der nächste Ort acht Kilometer entfernt liegt.
Animation: Segen und Lärmquelle zugleich
Ein Animationsprogramm ist praktisch, solange es die eigenen Kinder beschäftigt, und anstrengend, sobald es das die Kinder der anderen tut. Wenn die Bühne fünfzig Meter von deiner Parzelle steht, hörst du jeden Nachmittag dieselben Lieder.
Frag bei der Buchung, wo der Animationsbereich liegt, und lass dir einen Stellplatz mit etwas Abstand geben. Auf großen Plätzen gibt es fast immer ruhigere Bereiche, sie stehen nur nicht im Buchungssystem.
Plane die Regentage ein, nicht die Sonnentage
An der Ostsee sind zwei bis drei verregnete Tage in zwei Wochen normal. Sie entscheiden darüber, wie der Urlaub in Erinnerung bleibt. Familien, die nur für Sonne gepackt haben, sitzen dann zu viert in einem Wohnwagen und zählen die Stunden.
Zwei Dinge helfen. Erstens ein Vorzelt, weil es den nutzbaren Raum verdoppelt und Kindern erlaubt, drinnen zu spielen, ohne dass jemand über sie steigt. Zweitens eine Liste mit Schlechtwetterzielen, die du vor der Abfahrt einmal zusammenstellst statt bei Regen zu googeln. Auf Fehmarn gehören ein Erlebnisbad, ein Aquarium und ein begehbares U-Boot dazu.
Nebensaison ist mit kleinen Kindern die bessere Wahl
Solange kein Kind in die Schule geht, gibt es kaum ein Argument für die Sommerferien. In der zweiten Junihälfte oder Anfang September ist das Wasser oft wärmer als Ende Juni, die Plätze sind halb leer, und du zahlst deutlich weniger.
Der einzige Nachteil: Animationsprogramme laufen meist nur in den Ferien. Wenn dein Kind genau darauf ansteht, musst du die Hauptsaison in Kauf nehmen.
Was wirklich mit muss
Packlisten für Campingurlaub mit Kindern sind meistens zu lang. Statt einer Liste hilft eine Regel: Alles, was du am ersten Abend im Dunkeln brauchst, gehört obenauf. Taschenlampe, Schlafanzüge, ein Kuscheltier, etwas zu essen.
Der Rest lässt sich unterwegs kaufen. Was sich dagegen kaum ersetzen lässt: eine funktionierende Regenjacke pro Kind, feste Schuhe und genug Wechselsachen für zwei Tage. An der Küste wird alles einmal nass, meistens am ersten Tag.
Häufige Fragen
- Ab welchem Alter lohnt sich Camping mit Kindern?
- Es gibt keine Untergrenze, aber die Anforderungen verschieben sich. Mit Babys und Kleinkindern zählen Ruhe, kurze Wege und ein gutes Sanitärgebäude. Zwischen vier und neun wird der Spielplatz zum wichtigsten Kriterium. Bei Teenagern entscheiden WLAN und die Frage, ob man abends selbstständig wegkommt.
- Was macht einen Campingplatz kinderfreundlich?
- Ein flach abfallender Strand, kurze Wege zum Sanitärgebäude, ein Kinderwaschraum mit niedrigen Becken, verkehrsberuhigte Wege zum Radfahren und ein Spielplatz in Sichtweite. Animation ist ein Zusatz, kein Ersatz für diese Grundlagen.
- Ist die Ostsee für kleine Kinder zum Baden geeignet?
- An den flach abfallenden Abschnitten ja, und besser als die Nordsee, weil der fehlende Tidenhub die Wasserlinie den ganzen Tag stabil hält. Die Wassertemperatur erreicht im Hochsommer meist etwa 18 bis 20 Grad, im August auch mehr.
- Wann ist die beste Reisezeit für Familiencamping an der Ostsee?
- Wer nicht an Schulferien gebunden ist, fährt in der zweiten Junihälfte oder Anfang September. Das Wasser ist dann oft wärmer als zu Ferienbeginn, die Plätze sind leerer und die Preise niedriger. In den Sommerferien läuft dafür das volle Animationsprogramm.
- Was macht man mit Kindern bei Regen auf dem Campingplatz?
- Ein Vorzelt verdoppelt den nutzbaren Raum und rettet den Nachmittag. Für längere Regenphasen lohnt eine vorbereitete Liste mit Zielen in der Umgebung. Auf Fehmarn kommen dafür ein Erlebnisbad, ein großes Aquarium, ein begehbares U-Boot und mehrere Mitmach-Museen infrage.
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