
Ver- & Entsorgung
Wohnmobilstellplätze an der Ostsee
Mit dem Wohnmobil entscheidest du morgens, wo du abends stehst. Auf Fehmarn ist das gut vorbereitet.
Viele Plätze haben großzügige Stellplätze mit Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss, dazu Ver- und Entsorgungsstationen. Einige machen auch im Winter nicht zu.
Stellplatz oder Campingplatz?
Die beiden Begriffe werden durcheinandergeworfen, meinen aber verschiedene Dinge. Ein Wohnmobilstellplatz ist zum Übernachten da. Du stehst auf einer markierten Fläche, hast Strom und eine Ver- und Entsorgungsstation, und morgens fährst du weiter. Tische, Stühle und Vorzelt gehören dort formal nicht hin.
Ein Campingplatz ist zum Bleiben da. Du bekommst eine Parzelle, darfst dich ausbreiten, und es gibt Sanitärgebäude, oft einen Laden und manchmal ein Restaurant. Dafür zahlst du mehr und bist unflexibler, weil in der Saison reserviert werden muss.
Die Grenze verwischt zunehmend, weil viele Campingplätze inzwischen einen separaten Wohnmobilbereich mit eigener Zufahrt betreiben. Für Reisende ist das oft die beste Lösung: kurze Standzeiten wie auf dem Stellplatz, Infrastruktur wie auf dem Campingplatz.
Ver- und Entsorgung: wie das abläuft
Die Station besteht aus drei Teilen, die nichts miteinander zu tun haben, aber gern verwechselt werden. Frischwasser kommt aus einem Hahn, der als Trinkwasser gekennzeichnet ist. Grauwasser, also das Abwasser aus Spüle und Dusche, läuft über einen Bodeneinlauf ab, über den du dein Fahrzeug fährst. Die Toilettenkassette wird an einer separaten Ausgussstelle geleert.
Der Fehler, den man einmal macht und nie wieder: die Kassette am Frischwasserhahn ausspülen. Dafür gibt es eine eigene Spülvorrichtung. An gut gemachten Stationen liegen die drei Bereiche räumlich auseinander, an schlechten stehen sie nebeneinander.
Rechne in der Hochsaison morgens mit Wartezeit. Zwischen acht und zehn will jeder gleichzeitig entsorgen und abreisen. Wer am Vorabend entsorgt, spart sich die Schlange.
Strom: was die Ampere-Angabe bedeutet
Stellplätze sind meist mit 6, 10 oder 16 Ampere abgesichert. Bei 230 Volt entspricht das rund 1.380, 2.300 und 3.680 Watt. Diese Zahl teilst du dir mit nichts, sie gilt für deinen Anschluss allein, begrenzt aber alles, was gleichzeitig läuft.
In der Praxis wird es eng, sobald ein Heizgerät dazukommt. Ein Wasserkocher mit 1.800 Watt und ein Heizlüfter mit 2.000 Watt zusammen sprengen jede 10-Ampere-Absicherung. Wer viel elektrisch betreibt, sollte vorher fragen, womit der Platz abgesichert ist.
Ein CEE-Adapter gehört ins Fahrzeug, ebenso ein Verlängerungskabel von mindestens 25 Metern. Die Säule steht nicht immer dort, wo man sie erwartet, und ein zu kurzes Kabel entscheidet manchmal darüber, welchen Platz du bekommst.
Was ein Platz direkt an der Küste können muss
An der Ostsee kommen Anforderungen dazu, die im Binnenland keine Rolle spielen. Die wichtigste ist der Wind. Ein Platz, der frei zur See liegt, hat den besseren Blick und die unruhigeren Nächte. Wer schon einmal versucht hat, bei sieben Beaufort eine Markise einzufahren, achtet beim nächsten Mal auf eine Hecke oder einen Wall.
Der zweite Punkt ist der Untergrund. Rasenflächen direkt hinter dem Deich stehen nach starkem Regen schnell unter Wasser, und ein schweres Fahrzeug gräbt sich ein. Schotter oder Rasengitter sind unspektakulär, aber verlässlich.
Der dritte ist Salz. Salzhaltige Luft setzt Aluminium, Schrauben und Fahrradketten schneller zu, als man denkt. Wer länger an der Küste steht, spült sein Rad vor der Rückfahrt einmal ab.
Freistehen an der Ostsee: was tatsächlich erlaubt ist
Die Rechtslage ist eindeutiger, als viele Foren vermuten lassen. In Deutschland darfst du eine Nacht auf öffentlichen Parkflächen stehen, um deine Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen, sofern dort kein Verbot ausgeschildert ist. Das ist eine Erlaubnis zum Schlafen, keine zum Campen.
Sobald Stühle, Tisch, Markise oder Grill draußen stehen, ist es kein Übernachten mehr, sondern Campieren, und das ist außerhalb ausgewiesener Plätze nicht zulässig. In den Küstengemeinden wird das kontrolliert, teilweise sehr konsequent, weil der Druck durch Wohnmobile in den letzten Jahren stark gestiegen ist.
Viele Gemeinden an Ost- und Nordsee haben inzwischen ohnehin Verbotsschilder aufgestellt. Der pragmatische Weg ist der offizielle Stellplatz. Er kostet in der Regel im niedrigen zweistelligen Bereich pro Nacht, meist inklusive Ver- und Entsorgung, und du schläfst, ohne nachts auf ein Klopfen zu warten.
Fehmarn als Basis
Für Wohnmobilreisende hat die Insel eine praktische Eigenschaft: Sie ist klein genug, dass du von jedem Standort aus alles erreichst, und groß genug, dass sich mehrere Standorte lohnen. Von der Nordspitze zur Südküste sind es rund 20 Kilometer. Wer bei Westwind an der Ostseite stehen will, verliert dabei eine halbe Stunde.
Die Anbindung ist unkompliziert, weil die Fehmarnsundbrücke die Insel direkt mit der A1 verbindet. Es gibt keine Fähre, keine Wartezeit und keine Höhenbeschränkung, die für Wohnmobile relevant wäre.
Mehrere Plätze auf der Insel haben einen eigenen Wohnmobilbereich mit Ver- und Entsorgung, teilweise mit Strom- und Wasseranschluss direkt an der Parzelle. Ein Teil davon ist ganzjährig geöffnet, was Fehmarn auch außerhalb der Saison zu einem der verlässlicheren Ziele an der deutschen Ostseeküste macht.
Reservieren oder auf gut Glück fahren
Zwischen Mitte Juni und Ende August ohne Reservierung an die Ostseeküste zu fahren, funktioniert, kostet aber Nerven. Beliebte Plätze sind am frühen Nachmittag voll, und wer um 18 Uhr ankommt, sucht.
Außerhalb dieser Wochen ist das Gegenteil der Fall. Im Mai, September und Oktober findest du fast überall einen Platz, oft zu niedrigeren Preisen, und der Wind steht besser für alle, die aufs Wasser wollen.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Stellplatz und Campingplatz?
- Ein Wohnmobilstellplatz ist zum Übernachten gedacht: markierte Fläche, Strom, Ver- und Entsorgung, kurze Standzeit. Ein Campingplatz ist zum Bleiben gedacht, mit eigener Parzelle, Sanitärgebäude und der Erlaubnis, sich mit Tisch, Stühlen und Vorzelt auszubreiten.
- Darf man mit dem Wohnmobil an der Ostsee frei stehen?
- Eine Nacht auf einer öffentlichen Parkfläche ist erlaubt, wenn es dort nicht ausdrücklich verboten ist und du nur die Fahrtüchtigkeit wiederherstellst. Sobald Stühle, Tisch oder Markise draußen stehen, gilt es als Campieren und ist außerhalb ausgewiesener Plätze nicht zulässig. Viele Küstengemeinden kontrollieren das.
- Was kostet ein Wohnmobilstellplatz an der Ostsee?
- Üblich ist ein Preis im niedrigen zweistelligen Bereich pro Nacht, meist inklusive Ver- und Entsorgung. Strom wird häufig separat abgerechnet, entweder pauschal oder über einen Zähler. In der Hochsaison liegen die Preise spürbar höher als im Frühjahr und Herbst.
- Wie viel Strom brauche ich am Wohnmobilstellplatz?
- Für Kühlschrank, Licht und Laden reicht eine 6-Ampere-Absicherung mit rund 1.380 Watt. Sobald ein Heizlüfter oder ein Wasserkocher dazukommt, brauchst du 10 oder besser 16 Ampere. Ein CEE-Adapter und ein Kabel von mindestens 25 Metern gehören ins Fahrzeug.
- Wie funktioniert die Ver- und Entsorgung am Stellplatz?
- Frischwasser kommt aus einem als Trinkwasser gekennzeichneten Hahn. Grauwasser aus Spüle und Dusche läuft über einen Bodeneinlauf ab, über den du dein Fahrzeug fährst. Die Toilettenkassette wird an einer separaten Ausgussstelle geleert und dort auch gespült, niemals am Frischwasserhahn.
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Jeder Platz auf Fehmarn hat seinen eigenen Charakter. Schau dir in Ruhe alle an und finde den, der zu dir passt.
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